Einsätze im Jahr 2017


Wie schon erwähnt, das war keineswegs Urlaub für die beteiligten Helfer. Es wurde ein Auslandseinsatz simuliert, mit allen Tücken, die auftreten können. Das meint technischer, wie menschlicher Natur. Keiner der Helfer sprach Polnisch, also war man auf einen Dolmetscher angewiesen. Die Unterbringung war alles andere als nobel. Es waren große, einfache Zelte. Das Essen war keine 3-Sterne-Küche, sondern eine Woche lang pro Kopf und pro Tag eine Einmannration, ein sogenanntes EPA. Das Essen wurde durchaus auch mal am Auspuffrohr erwärmt, wenn es nicht anders ging. Einen Acht-Stunden-Tag, den gab es nicht. Unser Gordon Gölzner musste einmal 30 Stunden am Stück wach sein, um seine Aufgaben erledigen zu können. Alles im allem eine sehr realistische Einsatzübung. Und, das Beste, die THW-HCP Nord-Gruppe hat ihre Zertifizierung bestanden - Glückwunsch! Sie dürfen also ab sofort, egal wohin auf der Welt, in den Einsatz.

RF


Orkantief "Xavier"

Der zweite Herbststurm des Jahres 2017 lies wirklich nicht lange auf sich warten. Gerade mal drei Wochen nach „Sebastian“, nämlich am 5. Oktober, fegte „Xavier“ mit heftigem Wind über Deutschland und damit auch über Bremen. Wieder war unser Ortsverband im Einsatz, dieses mal aber über gut 12 Stunden.

Gegen zwei Uhr nachmittags wurde der Ortsverband Bremen-Süd alarmiert. Mit dem Gerätekraftwagen (GKW) und dem Mehrzweckkraftwagen (MzKW) rückte man recht bald danach zu diversen Einsatzstellen aus. Im Wesentlichen ging es darum umgefallene Bäume so zu sichern, dass die Bevölkerung keine unnötigen Probleme hatte.

Zwei Einsätze waren dann doch ungewöhnlicher. Unser Kran rückte gegen 18:30 Uhr zur Freiwilligen Feuerwehr nach Beppen aus. Das liegt südöstlich von Bremen, in Niedersachsen, in der Nähe von Thedinghausen. Den Kameraden dort war unglücklicher Weise ein großer Baum auf Ihr Gerätehaus gefallen. Erst nachts um eins waren unsere Helfer samt Kran wieder in der Unterkunft zurück. So lange hat es halt gedauert, den Baum mit vereinten Feuerwehr- und THW-Kräften angemessen zu sichern.

Der andere außergewöhnliche Einsatzort war der Bunker in der Föhrenstraße. Hier galt es 150 Quadratmeter Dachpappe abzutragen, damit sie nicht unkontrolliert durch die Gegend segelten. Nebenbei waren dort auch noch etwa 20 Meter Dachrinne zu sichern.

RF


Orkantief "Sebastian"

Am Mittwoch, 13. September 2017 fegte der erste Herbststurm über Norddeutschland und damit auch über Bremen. Nachmittags um viertel nach vier wurden die Helfer des Ortsverbandes Bremen-Süd alarmiert, um die Feuerwehr bei ihren vielen Einsätzen zu unterstützen. Bereits nach 20 Minuten stand der Gerätekraftwagen des OV einsatzbereit auf dem Hof und verließ bald darauf unser Gelände. Ein wenig später fuhr das zweite Fahrzeug in den Sturmeinsatz.

Da die Bäume noch voller Laub standen, stellten sie dem Sturm deutlichen Widerstand entgegen. Das Resultat, viele Äste brachen ab, Bäume wurden umgeweht und somit Straßen, Fußwege und vieles mehr in Mitleidenschaft gezogen. Hier galt es für unsere Helfer professionell Hilfe zu leisten, damit die Bremer Bevölkerung wieder sicher außerhalb ihrer Häuser unterwegs sein konnten.

Glücklicher Weise ging dem Orkan schnell die Puste aus und so konnte der Einsatz abends gegen halb neun beendet werden.

RF