Bremen,

Vor 55 Jahren: Flugzeugabsturz auf dem Neuenlander Feld

Ein Flugzeug der Lufthansa war am 28. Januar 1966 im Landeanflug auf den Bremer Flughafen. Gegen 19 Uhr herrschten schlechte Sicht, Regen und eine niedrige Wolkendecke. Es kam zum tragischen Absturz auf dem Neuenlander Feld, bei dem alle 42 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder ums Leben kamen.
Einsatz Flugzeugabsturz im Januar 1966. Foto THW

Einsatz Flugzeugabsturz im Januar 1966. Foto THW

Bei dem Aufschlag des Flugzeugs entzündeten sich die restlichen Bestände des an Bord befindlichen Flugzeugbenzins. Das führte zu einem Flächenbrand, der von der Flughafenfeuerwehr innerhalb von 40 Minuten gelöscht werden konnte.

Am Abend des Absturztages hatte der damalige THW Bezirksverband Bremen-Neustadt (heute der THW Ortsverband Bremen-Süd) zufällig eine Ausbildungsveranstaltung in seiner Unterkunft. So kam es, dass diese 41 THW-Einsatzkräfte sehr schnell nach der Alarmierung an der Absturzstelle eintrafen. Die hereinbrechende Nacht erforderte als erstes das Ausleuchten der Absturzstelle. Das bedingte den Einsatz sämtlicher damals zur Verfügung stehender Beleuchtungsmittel des THW. Man muss bedenken, dass damals die Feuerwehr und Polizei nur die auf ihren Einsatzfahrzeugen montierten Scheinwerfer hatten. Mit der eigentlichen Bergung der Opfer durfte jedoch erst nach der Freigabe durch die Kriminalpolizei begonnen werden.

Dementsprechend setzte die Bergung der an Bord befindlichen Personen in vollem Umfange erst am Morgen des nächsten Tages ein. Mit rund 100 Helfern waren die damaligen THW Bezirksverbände Bremen-Neustadt, -Ost und -Vegesack im Einsatz. Alle dem THW damals zur Verfügung stehenden Bergungsmulden, sowie Gummistiefel und Gummihandschuhe waren herbeigeschafft worden. Die THW-Helfer bargen nach Anweisung der Kriminalpolizei die herausgeschleuderten Opfer, die verstreut neben dem Flugzeugrumpf im Umkreis von bis zu 80 Metern lagen. - Unter den Opfern befanden sich auch die Filmschauspielerin Ada Tschechowa und sieben junge Schwimmer der italienischen Olympiamannschaft, die in Bremen an einem Wettkampf teilnehmen wollten.

Von der Härte der Arbeit und dem grauenhaften Anblick, der sich unseren zum Teil recht jungen Helfern bot, kann man kann sich kaum eine Vorstellung machen. Der zähe Schlamm, der das gesamte Unglücksgebiet bedeckte, erschwerte zudem die Arbeiten.

JK


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